GIS

GIS im Netzverbund des Landkreises Wittmund

 

Vogelgrippenachweise im Zweckverbandsgebiet

Die Aufstallungspflicht wurde zum 21.05.2021 aufgehoben.


Der Vogelgrippeerreger ist weit verbreitet. Auch im Zweckverbandsgebiet hat es folgende Nachweise des hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5 gegeben (es werden nicht mehr alle toten Tiere beprobt), erster Nachweis im Zweckverbandsgebiet überhaupt im Jahr 2016:

  1. 10.05.2021 3 Wildgänse, 1 Möwe, 1 Eule, Varel/Dangast, 1 Regenpfeifer, Wangerland, alle H5N1
  2. 04.05.2021 1 Greifvogel, Varel, H5N1
  3. 28.04.2021 10 Wildgänse, Dangast, H5N1
  4. 23.04.2021 1 Wildgans, Sande, H5N1
  5. 23.04.2021 1 Wildgans, Nordenham, H5N8
  6. 05.04.2021 1 Wildgans, Elsfleth, H5N8
  7. 26.03.2021 1 Wildgans, Neuharlingersiel, H5N1
  8. 11.03.2021 39 Hühner, Gänse und Enten, Hobbyhaltung in Berne, H5N8
  9. 05.03.2021 1 Wildgans, Wangerland, H5N8
  10. 04.03.2021 1 Wildgans, Carolinensiel, H5N8
  11. 04.02.2021 1 Möwe, Wilhelmshaven, H5N8
  12. 21.01.2021 25.000 Pekingenten, Stadt Wittmund, H5N8
  13. 30.12.2020 1 Greifvogel, Varel, H5N8
  14. 22.12.2020 1 Wildgans, Wilhelmshaven, H5N8
  15. 22.12.2020 1 Wildgans, Wangerland, H5N8
  16. 17.12.2020 1 Wildgans, Varel, H5N8
  17. 11.12.2020 1 Wildgans, Friedeburg, H5N8
  18. 10.12.2020 1 Wildgans Varel, 1 Wildgans Bockhorn, 1 Wildgans Wangerland, alle H5N8
  19. 18.11.2020 4 Wildgänse Wilhelmshaven, 3 Wildgänse Varel, 1 Wildgans Bockhorn, 1 Wildgans Wangerland, alle H5N8
  20. 17.11.2020 1 Wildente (Krickente) Elsfleth-Moorhausen, H5N8
  21. 14.11.2020 1 Wildgans Jade, 2 Wildgänse Wilhelmshaven, 2 Wildgänse Butjadingen, alle H5N8
  22. 13.11.2020 1 Wildgans Bensersiel, 3 Wildgänse Wilhelmshaven, alle H5N8
  23. 10.11.2020 1 Kotprobe Wildgans, Butjadingen, H5N8
  24. 09.03.2017 25.000 Pekingenten, Stadt Wittmund, H5N8
  25. 09.02.2017 1 Greifvogel, Stadt Wittmund, H5N8
  26. 12.01.2017 1 Wildente, Wilhemshaven, H5N8
  27. 27.12.2016 1 Wildgans, Wangerland, H5N5
  28. 09.12.2016 1 Greifvogel, Wilhelmshaven, H5N8
  29. 05.12.2016 1 Wildgans, Wangerland, H5N8 
  30. 29.11.2016 1 Schwan, Wilhelmhaven, H5N8
  

Vogelgrippegeschehen im Jahr 2020/21

Die Vogelgrippe kam ab November 2020 gehäuft in der Wildvogelpopulation im Zweckverbandsgebiet vor. Betroffen waren hauptsächlich Wassergeflügel wie Wildenten und Wildgänse, aber auch Aasfresser und Greifvögel. Ein massives Geschehen wurde bei den Weißwangengänsen (Nonnengänsen) festgestellt. Es wurden aus der Bevölkerung vermehrt tote sowie lebende Vögel, die zentralnervöse Störungen aufwiesen, gemeldet.

Auch wenn der Vogelgrippeerreger des Typs H5N8 oder H5N5 bisher nicht für den Menschen gefährlich ist, sollen tote oder lebende Tiere nicht von den Bürgern eingesammelt werden. Wichtig ist, sich noch lebenden Tieren nicht zu nähern, denn dies bedeutet sehr viel Stress für die Vögel, sondern die Wildtiere in der Natur in Ruhe genesen oder evtl. auch sterben zu lassen. Hunde und Katzen sollten ferngehalten werden. Singvögel sterben sehr selten an der Vogelgrippe. Mit dem Frühjahrszug der Weißwangengänse im Mai 2021 beruhigte sich das Krankheitsgeschehen.

Vogelgrippe

Untersuchung von toten Wildvögeln, Aufstallung und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Vielzahl von Wildvögeln in usnerer Region ist das Auffinden von einzelnen toten Wildvögeln normal. Im küstenbereich kann es je nach Strömung ggf. auch mal Vorkommen, dass Kadaver von Vögeln, die auf See verendet sind, gleich zu mehreren an einer Stelle angeschwemmt werden. Interessant zur Untersuchung auf Vogelgrippe sind vermehrte, auffällige Funde von frischen Kadavern, vor allem von Wassergeflügel wie Wildgänse oder Wildenten und solche Tiere mit zentralnervösen Störungen, wie Orientierungslosigkeit und Kopfdrehen. Wichtig ist, evtl. kranke Tiere in Ruhe zu lassen, eine Rettung ist nicht möglich. Singvögel spielen bei der Verbreitung der Vogelgrippe praktisch keine Rolle.  

Wer Geflügel hält muss sich leider immer mehr darauf einstellen, dass vor allem in den Wintermonaten eine Aufstallung angeordnet wird. Die letzte Aufstallungspflicht für Hausgeflügel endete nach über 6 monatiger Dauer erst zum 21.05.2021. Insofern wird an alle Geflügelhalter appelliert, ein Konzept für die tierschutzgerechte Aufstallung zu überlegen, das kurzfristig umgesetzt werden kann. 

Die Aufstallung in geschlossenen Ställen ist eine sichere Möglichkeit zum Schutz vor infizierten Wildvögeln. Je dichter der Schutz vor Eintrag, umso besser. Neben der Haltung im Stall dürfen die Tiere auch in einer Schutzvorrichtung, die gegen Wildvogeleintrag von den Seiten und von oben geschützt ist, untergebracht werden. Die Abdeckung von oben sollte dicht sein und das Regenwasser nicht in den Auslauf der Tiere abgeleitet werden. Ausnahmsweise dürfen Netze und Gitter zur Vermeidung des Kontaktes zu Wildvögeln genutzt werden, wenn sie als Abdeckung nach oben eine Maschenweite von nicht mehr als 25 Millimeter aufweisen.

Für alle Haltungen ist grundsätzlich rechtlich vorgeschrieben: Hausgeflügel darf nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel unzugänglich sind. Die Tiere dürfen auch nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang hat. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, ist für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren. Beim Betreten der Stallungen soll auf Schuhwechsel und Schutzkleidung geachtet werden.

Allgemeine Erläuterungen zur Vogelgrippe

 

Es gibt viele Bezeichnungen für die selbe Erkrankung. Neben Vogelgrippe heißt sie auch Geflügelinfluenza oder Klassische Geflügelpest oder hochpathogene aviäre Influenza (HPAI). Der letzte Begriff trifft die Krankheitsbezeichnung gut, denn es geht vorwiegend um eine Ansteckung mit Influenzaviren und mit solchen Typen, die stark krank machen. Stark krankmachend und auch gefährlicher für den Menschen ist der Typ H5N1, der bei der sogenannten "Rügengrippe" im Jahre 2006 bei Wildvögeln auftrat. Neben diesem gibt es auch Stämme, die nur wenig krank machende Eigenschaften haben, Erkrankungen hiermit werden als low pathogen avian influenza (LPAI) genannt und verursachen nicht in dem Umfang das Krankheitsbild der Vogelgrippe. Es besteht dann die Gefahr, dass durch Passagen in mehreren Tierbeständen die krankmachenden Eigenschaften zunehmen, da Influenzaviren ihre Eigenschaften verhältnismäßig schnell ändern können. Deshalb müssen auch bei LPAI bestimmte Maßnahmen ergriffen werden.

Am empfänglichsten gegen Vogelgrippe sind Hühner und Puten. Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine Tierseuche. Bei engem Kontakt zwischen Tier und Mensch ist im Einzelfall eine Ansteckung des Menschen nicht ausgeschlossen. Gefährlich kann es werden, wenn der Mensch an einer menschlichen Grippe (Influenzainfektion) erkrankt ist und zeitgleich auf den krankmachenden Vogelgrippeerreger trifft. Dann kann sich gegebenenfalls aus dem Tier- und dem Menschenvirus ein neuer Typ ergeben, der bei den Menschen zu einer schweren Grippeepidemie führen könnte.

Derzeit kommen weltweit Vogelgrippefälle vor. Der Schwerpunkt liegt in Asien. Dort, wo Geflügel häufig mit im Wohnbereich gehalten wird, hat es immer wieder beim Menschen einzelne Todesfälle gegeben, aber keine Virusneukombination mit Epidemie.

Der Vogelgrippeerreger H5N8 oder auch H5N5 des Seuchenzuges 2016/2017 und 2020/2021 ist bisher für den Menschen ungefährlich. Im Jahr 2021 hat es weltweit erstmalig in Russland einen Erregernachweis des Typs H5N8 bei sieben Menschen einer russichen Geflügelfarm gegeben, die allerdings nur sehr milde Krankheitssymptome aufwiesen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Geflügelpest nicht gefährlich. Zunächst werden Lebensmittel gewerbsmäßig nur von gesunden Tieren gewonnen. Aber selbst wenn Fleisch und Eier von infiziertem Geflügel auf den Tisch gelangt wäre, könnten diese nach Erhitzung ohne Bedenken verzehrt werden.

Infiziertes Hausgeflügel zeigt folgende Erkrankungserscheinungen:

hohes Fieber
Appetitlosigkeit
drastischer Rückgang der Legeleistung
hochgradige Apathie
ausgeprägtes Kropfödem
Blaufärbung von Kamm und Kehllappen
wässrig-schleimiger, grünlicher Durchfall
plötzlich auftretende zahlreiche Todesfälle

Geflügelhalter sollen durch Hygienemaßnahmen darauf achten, dass der Erreger nicht von außen in den Bestand getragen wird. Folgende Früherkennungswerte gelten für alle Geflügelhalter bundesweit:
 

  1. Innerhalb von 24 Stunden Tierverlust von mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße bis zu 100 Tiere.
  2. Innerhalb von 24 Stunden Tierverlust von mehr als 2 % der Tiere bei Bestandsgröße mit mehr als 100 Tiere.
  3. Erhebliche Veränderung der Legeleistung oder Gewichtszunahme
  4. Verluste von mehr als das Dreifache der üblichen Sterblichkeit in einem Zeitraum von mehr als 4 Tagen bei einem reinen Enten- oder Gänsebetrieb
  5. Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als 5 % in einem Zeitraum von mehr als 4 Tagen bei einem reinen Enten- oder Gänsebetrieb.


Sofern einer dieser Werte erreicht oder überschritten ist, ist sofort der Haustierarzt zwecks Untersuchung auf Vogelgrippe hinzuzuziehen.

Wollen Sie das Risiko der Einschleppung der Vogelgrippe in Ihren Bestand ermitteln, nutzen Sie bitte den nachstehenden Link zur Risikoampel.

  

 

 

 

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