GIS

GIS im Netzverbund des Landkreises Wittmund

 

Vogelgrippenachweise im Zweckverbandsgebiet


Anzahl verendeter, eingeschläferter oder erlegter Wildvögel aus dem Zweckverbandsgebiet, die seit dem 07. November 2016 (Beginn der  Vogelgrippewelle 2016/2017 in Deutschland) im staatlichen Untersuchungslabor auf den  hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5N8 untersucht wurden:
190 Stück (Stand 21.05.2017).

Dabei hat es im Zweckverbandsgebiet folgende Nachweise des hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5 gegeben (sechsmal H5N8, einmal H5N5):
  1. 29.11.2016 Schwan, Stadt Wilhelmhaven, Banter See, H5N8
  2. 05.12.2016 Wildgans (Ringelgans), Gemeinde Wangerland, Horumersiel, H5N8
  3. 09.12.2016 Greifvogel (Mäusebussard), Stadt Wilhelmshaven, Wangeroogekai, H5N8
  4. 27.12.2016 Wildgans (Graugans), Gemeinde Wangerland, Hooksiel, H5N5
  5. 12.01.2017 Wildente (Tauchente), Stadt Wilhelmshaven, Industriegebiet Rüstersiel, H5N8
  6. 09.02.2017 Greifvogel (Mäusebussard), Stadt Wittmund, Harlesiel, H5N8
  7. 09.03.2017 25.000 Pekingenten, Stadt Wittmund, Ardorf, H5N8
    

Übersicht aufgehobene Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete

  • 12.04.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet (große Teile Landkreis Wittmund und Randgebiet Landkreis Friesland) wegen Vogelgrippe bei Hausgeflügel in Wittmund-Ardorf.
  • 08.02.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet südliche Wesermarsch wegen Vogelgrippe bei Hausgeflügel in Putenbeständen in Hude, angrenzender Landkreis Oldenburg
  • 27.01.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet Wangerland/nördliches Wilhelmshaven (Vogelgrippe bei zwei Wildvögeln)
  • 14.01.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet Banter See und Umgebung (Vogelgrippe bei zwei Wildvögeln). Die Risikoanalyse zu einer Tauchente mit H5N8 im Rüstersieler Industriegebiet am 12.01.2017 ergab, dass in dem Fall keine neue Einrichtung von Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet erforderlich war.
  • 21.12.2016: Aufhebung Beobachtungsgebiet nordöstliche Wesermarsch (Nordenham und Umgebung) wegen Vogelgrippe bei einem Wildvogel in Bremerhaven

Aktuelle Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete sind im Zweckverbandsgebiet nicht mehr vorhanden. Bei der Feststellung der Vogelgrippe bei Wildvögeln werden diese Gebiete längst nicht in jedem Fall gebildet.

Derzeit ist zweckverbandsweit keine Aufstallungspflicht von Geflügel mehr vorhanden. Weiterere Informationen siehe im Kapitel Aufstallung weiter unten.
    

Vogelgrippe

Untersuchung von toten Wildvögeln

Die Vogelgrippewelle 2016/2017 ist praktisch beendet. Ein Massensterben von Wildvögeln hat es bisher nicht gegeben. Viele Wildvögel werden solche Infektionen überlebt und eine natürliche Immunität aufbaut haben.

Auffälligkeiten sollen gemeldet werden, dies können vermehrte Todesfälle von Enten, Gänse, Blesshühner, Schwäne, Kormorane, Möwen etc.,  also alles Wasservögel sowie tote Greifvögel sein. Es können nur frisch tote, ansonsten noch unversehrte Wildvögel untersucht werden.

Einzelne Todesfälle sind normal, wichtig sind nur Hinweise auf das vermehrte Vorkommen von toten Vögeln. Ansonsten findet sowieso weiterhin ein Wildvogelmonitoring statt, also die stichprobenartige Untersuchung von Wildvogelproben.

Aufstallung und Vorsichtsmaßnahmen

Die generelle Aufstallungspflicht für Geflügel im Zweckverbandsgebiet wurde zum 16.02.2017 aufgehoben. Für einige wenige Betriebe im Küstengebiet galt die Aufstallung bis zum 28.03.2017 fort. Mit Aufhebung von Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe in Wittmund Ardorf endete zum 12.04.2017 die letzte Aufstallungspflicht.

Für alle Haltungen ist weiterhin rechtlich vorgeschrieben, dass Hausgeflügel nur an Stellen gefüttert werden darf, die für Wildvögel unzugänglich sind. Die Tiere dürfen auch nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang hat. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, ist für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.

Einen relativen Schutz vor Vogelgrippe bieten auch Provisorien mit Seitenwänden aus vogeldichtem Draht und einem überstehenden, dichten Dach. Geflügelhalter sollen bitte Konzepte für die Aufstallung vorhalten, denn es wird in Zukunft mit wetieren Vogelgrippeseuchenzügen zu rechnen sein.


Allgemeine Erläuterungen zur Vogelgrippe

Es gibt viele Bezeichnungen für die selbe Erkrankung. Neben Vogelgrippe heißt sie auch Geflügelinfluenza oder Klassische Geflügelpest oder hochpathogene aviäre Influenza (HPAI). Der letzte Begriff trifft die Krankheitsbezeichnung gut, denn es geht vorwiegend um eine Ansteckung mit Influenzaviren und mit solchen Typen, die stark krank machen. Dies ist derzeit vorwiegend der Typ H5N1. Neben diesem gibt es auch Stämme, die nur wenig krank machende Eigenschaften haben, Erkrankungen hiermit werden als low pathogen avian influenza (LPAI) genannt und verursachen nicht in dem Umfang das Krankheitsbild der Vogelgrippe. Es besteht dann die Gefahr, dass durch Passagen in mehreren Tierbeständen die krankmachenden Eigenschaften zunehmen, da Influenzaviren ihre Eigenschaften verhältnismäßig schnell ändern können. Deshalb müssen auch bei LPAI bestimmte Maßnahmen ergriffen werden.

Am empfänglichsten gegen Vogelgrippe sind Hühner und Puten. Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine Tierseuche. Bei engem Kontakt zwischen Tier und Mensch ist im Einzelfall eine Ansteckung des Menschen nicht ausgeschlossen. Gefährlich kann es werden, wenn der Mensch an einer menschlichen Grippe (Influenzainfektion) erkrankt ist und zeitgleich auf den krankmachenden Vogelgrippeerreger trifft. Dann kann sich gegebenenfalls aus dem Tier- und dem Menschenvirus ein neuer Typ ergeben, der bei den Menschen zu einer schweren Grippeepidemie führen könnte.

Derzeit kommen weltweit Vogelgrippefälle vor. Der Schwerpunkt liegt in Asien. Dort, wo Geflügel häufig mit im Wohnbereich gehalten wird, hat es immer wieder beim Menschen einzelne Todesfälle gegeben, aber keine Virusneukombination mit Epidemie.

Bei dem Vogelgrippeerreger H5N8 oder auch H5N5 des Seuchenzuges 2016/2017 hat es bislang weltweit noch nie den Nachweis der Ansteckung eines Menschen gegeben.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Geflügelpest nicht gefährlich. Zunächst werden Lebensmittel gewerbsmäßig nur von gesunden Tieren gewonnen. Aber selbst wenn Fleisch und Eier von infiziertem Geflügel auf den Tisch gelangt wäre, könnten diese nach Erhitzung ohne Bedenken verzehrt werden.

Infiziertes Hausgeflügel zeigt folgende Erkrankungserscheinungen:

hohes Fieber
Appetitlosigkeit
drastischer Rückgang der Legeleistung
hochgradige Apathie
ausgeprägtes Kropfödem
Blaufärbung von Kamm und Kehllappen
wässrig-schleimiger, grünlicher Durchfall
plötzlich auftretende zahlreiche Todesfälle

Geflügelhalter sollen durch Hygienemaßnahmen darauf achten, dass der Erreger nicht von außen in den Bestand getragen wird. Folgende Früherkennungswerte gelten für alle Geflügelhalter bundesweit:

  1. Innerhalb von 24 Stunden Tierverlust von mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße bis zu 100 Tiere.
  2. Innerhalb von 24 Stunden Tierverlust von mehr als 2 % der Tiere bei Bestandsgröße mit mehr als 100 Tiere.
  3. Erhebliche Veränderung der Legeleistung oder Gewichtszunahme
  4. Verluste von mehr als das Dreifache der üblichen Sterblichkeit in einem Zeitraum von mehr als 4 Tagen bei einem reinen Enten- oder Gänsebetrieb
  5. Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als 5 % in einem Zeitraum von mehr als 4 Tagen bei einem reinen Enten- oder Gänsebetrieb.


Sofern einer dieser Werte erreicht oder überschritten ist, ist sofort der Haustierarzt zwecks Untersuchung auf Vogelgrippe hinzuzuziehen.


    

 

 

 

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